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4.1 Argumentationsschema

Bild 1 zeigt das Argumentationsschema der Problemstellung. (Zu den Inhalten des Argumen­tationsschemas siehe unter anderem [13][15][18].) Das Schema besteht aus vier Ebenen: die Ebenen der Schlußfolgerung (SF), der Begründung (B), der Theorie/Empirie (T) und der Gegenargumente (G) für die Schlußfol­gerung. Im Zentrum der Betrachtung steht die Schlußfol­gerungskette. Die Knoten definieren die einzelnen Schritte der Schlußfolgerung. Zwei Knoten und die sie verbindende Kante können als eine (sehr grobe) Regel verstanden werden. Beispielsweise beschreiben die Knoten SF 1 und SF 2 und die sie verbindende Kante die Regel "Wenn die strategische Geschäftseinheit (SGE) X in einem Wachstumsmarkt liegt und einen geringen relativen Marktanteil besitzt, dann ist der geringe relative Marktanteil der (SGE) X zu steigern".

In Bild 1 ist die Variable X durch den konkreten Wert A ersetzt worden. Der Knoten SF 4 ist in einen Aktionsteil (in Verbindung mit SF 3) und einen Bedingungsteil (in Verbindung mit SF 5) unterteilt.

Der oben genannten Regel läßt sich eine Begründung zuordnen, die in der Abbildung als Knoten B 2 darge­stellt ist: "Das Marktvolumen ist ein Indikator für die äußere Attraktivität des Marktes ... Ein höherer relativer Marktanteil ermöglicht ein höheres kumuliertes Produktions­volumen, geringere Stückkosten und eine höhere Rentabilität."

Die Begründung selbst ist wiederum Teil einer umfassenderen, hinsichtlich der sachlichen Richtigkeit der Aussagen oftmals exakteren Theorie oder von empirischen Erkenntnissen. Die Begründung im angeführten Beispiel basiert auf der Lebenszyklushypothese und dem Erfahrungskurvenkonzept (T 2).

Zu der Ebene der Gegenargumente zählen Schlußfolgerungsteile (zum Beispiel Regeln), deren Bedingungsteile nicht vollständig der konkreten Situation entsprachen und die zu anderen Schlußfolgerungen geführt hätten. Darüber hinaus enthalten Schlußfolgerungen oftmals Annahmen, die nicht explizit in den Bedingungsteilen der Schlußfolgerungselemente enthalten sind. Der Ausbau der strategischen Geschäftseinheit erscheint zum Beispiel nicht sinnvoll, wenn das Marktwachstum nicht langfristig ist (G 2). Solche Gegenargumente sind in Bild 1 über der Schlußfolgerungsebene abgetragen.

Wir vernach­lässigen im Rahmen dieses Beitrags bewußt, auf welche Weise die zu repräsen­tierenden Objekte der vier Ebenen in einem wissensbasierten System repräsentiert werden, da dieses für unsere Fragestellung unerheblich ist. Möglich wäre zum Beispiel ein wissensbasier­tes System, das auf der Grundlage von domänenspezifischem Wissen (zum Beispiel Wissen aus der Theorie/Empirie-Ebene) mit Hilfe eines automatischen Programmierers die für die Schluß­folgerung benötigten Wissenseinheiten generiert und für Erklärungen auf das zugrundeliegende Wissen zurückgreifen kann. (Vgl. hierzu z.B. XPLAIN und EES.[22][27])

Auf das im Argumentationsschema dargelegte aufgabenspezifische Wissen wenden wir nun das in Abschnitt 3 beschriebene aufgabenunabhängige Wissen an. Wissen über die Sprache und Darstellungsformen von Erklärungen berücksichtigen wir nicht.